12 | 2019

Mehr Service, aber auch höhere Gebühren in der Abfall­beseitigung

Mann mit Tablet

Die Müllgebühren im Landkreis Freudenstadt werden ab 2020 deutlich steigen. Dies hat der Kreistag in seiner Sitzung am 16. Dezember 2019 beschlossen.

Die Gründe für die Erhöhung sind vielfältig:
Bereits in den letzten Jahren sind die Kosten für die Entsorgung von Abfällen kontinuierlich gestiegen. Eine weitere deutliche Steigerung der Kosten resultiert aus dem neu abgeschlossenen Vertrag über die Sammelleistungen, der ab dem 1. April 2020 greifen wird. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hatte diese Leistungen zuvor europaweit ausgeschrieben und der Kreistag dem wirtschaftlichsten Bieter den Zuschlag erteilt.
Gleichzeitig sinken die Erlöse aus der Verwertung von Wertstoffen drastisch. So ist der Preis für Altpapier und Altmetall in den letzten Monaten stark eingebrochen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb geht davon aus, dass dieser Trend sich fortsetzen wird.

Die Gebühr für eine 35-Liter-Tonne schlägt künftig mit 148,20 Euro zu Buche. Bisher waren hierfür 100,20 Euro zu bezahlen. Nun werden vier Euro pro Monat mehr fällig. Dass es zu einer deutlichen Gebührenerhöhung kommen wird, darauf hat der Abfallwirtschaftsbetrieb bereits mehrmals hingewiesen. Denn nicht allein steigende Kosten und sinkende Erlöse wirken sich aus. Auch die Gebührenausgleichsrücklage, die aus zwingenden rechtlichen Gründen in den vergangenen Jahren abzubauen war, ist aufgebraucht. Der Abbau dieser Rückstellung und eine sehr einträgliche Verwertung von Wertstoffen machten in der Vergangenheit trotz steigender Kosten des Abfallwirtschaftsbetriebs eine zweimalige Senkung der Müllgebühren möglich. „So lagen die Müllgebühren 2013 für eine 35-Liter-Tonne bereits bei 129 Euro, seitdem konnten die Bürgerinnen und Bürger von sinkenden Gebühren profitieren.“, erläutert der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Ulrich Hanfstein. Nun sei eine Erhöhung der Gebühren unumgänglich und auch aus rechtlichen Gründen geboten.

Trotz der deutlichen Erhöhung bleiben die Abfallgebühren auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Landrat Dr. Klaus Michael Rückert bedauert die Gebührenerhöhung, erklärt aber: „Noch immer liegen unsere Abfallgebühren deutlich unter den Gebühren, die in den Nachbarlandkreisen Calw und Rottweil zu bezahlen sind. Und das bei einem großen und seit Jahren bewährten Serviceangebot, das ebenfalls den Vergleich nicht scheuen muss.“

Aber nicht nur die Gebühren werden erhöht, auch der Service für die Bürgerinnen und Bürger wird ausgebaut. So gibt es ab 2020 für alle Haushalte im Landkreis einen „Sperrmüllgutschein“. Mit diesem Gutschein kann jeder Haushalt einmal im Jahr bis zu drei Kubikmeter Sperrmüll und Möbelholz anliefern. Bei den zweimaligen Straßensammlungen von Sperrmüll bleibt es trotzdem. Dass auf die Sammlung von Schrott und Elektroschrott verzichtet wird, dafür bittet Ulrich Hanfstein um Verständnis: „Aufgrund der hohen Kosten, die diese Sammlungen verursacht hätten, wären die Gebühren noch deutlicher gestiegen.“ Schrott und Elektroschrott können wie bisher schon bei allen Recyclingcentern abgegeben werden. Auch der Handel nimmt defekte Geräte zurück.

Pressemitteilung als PDF