Energie aus Bioabfällen

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Freudenstadt und die Stadtwerke Freudenstadt haben gemeinsam eine Bioabfallvergärungsanlage im Freudenstädter Gewerbegebiet Sulzhau gebaut. Betreiber ist die BIOENERGIE FREUDENSTADT GmbH. Die Anlage verarbeitet im Jahr insgesamt rund 18.000 Tonnen Bioabfälle aus dem gesamten Landkreis Freudenstadt, der Stadt Pforzheim und anderen Landkreisen. Aus den Bioabfällen entstehen energiereiches Biogas, hochwertiger Flüssigdünger und Biokompost. Entscheidend für die Qualität der Produkte ist, dass die Bioabfälle sorgfältig sortiert sind und in der Biotonne keine Plastiktüten, auch keine „kompostierbaren“ Kunststoffbeutel, Windeln, Tetra Paks, Metalle oder sonstigen Abfälle landen. Diese Störstoffe behindern den Eintrag in die Anlage, sie sind nicht vollständig abbaubar und müssen daher mit hohem Aufwand heraussortiert werden. Zudem verursachen die Sortierung und Entsorgung der Störstoffe zusätzliche Kosten. Umso wichtiger ist es, die Biotonnen richtig zu befüllen.

Die frühere Kompostierung der Bioabfälle war eine rein stoffliche Verwertung. Jetzt kommt ein hoher energetischer Nutzen hinzu. In einem Fermenter werden die zerkleinerten organischen Abfälle mit Hilfe von Bakterien in Abwesenheit von Sauerstoff bei 55 Grad Celsius und einer Gärzeit von etwa 20 Tagen abgebaut. Bei diesem Vergärungsprozess entsteht ein Biogasgemisch aus Methan und Kohlendioxid. Drei Blockheizkraftwerke wandeln das Biogas in Strom und Wärme um. Die erwartete Energiemenge beträgt etwa 13.000 MWh pro Jahr, die geplante Stromerzeugung 6.000 MWh und die Wärmeerzeugung 9.000 MWh. Am Ende bleiben nährstoffreiche Gärprodukte. Das flüssige Gärprodukt, etwa 10.000 Tonnen pro Jahr, ist für die Landwirtschaft ein hochwertiger Dünger. Die festen Gärreste reifen in belüfteten Rotteboxen zu Biokompost. Beide Produkte tragen das RAL-Gütezeichen der Bundesgütegemeinschaft Kompost.

Weitere Informationen unter www.bioenergie-freudenstadt.de

Biogasanlage